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Angedacht

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22.12.2009
Jahreslosung 2010
"Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich." (Johannes 14,1)

Gott lädt ein zum Glauben. Er erwartet es geradezu von seinen Nachfolgern. Aber man hat ja so seine Erfahrungen gemacht. Manches, was kommen wird, wird erfreulich sein, manches eher nicht. Wir alle wissen das - und doch geht jeder mit diesem Wissen anders um. Je nach Persönlichkeit ist man für Angst und Erschrecken mehr oder weniger anfällig. Es werden immer wieder Situationen auf uns zukommen, die uns überraschen, bei denen „das Herz erschrickt”, wir bestürzt sind. Wie die Jünger über die Nachricht von Jesu Leiden und Sterben. Sie haben Angst bekommen, dass alles aus sein könnte: "Was wird dann aus uns, was wird aus Gottes Plan, wenn der Messias stirbt?" Angst gehört zum Menschsein dazu.

Es gibt eine lebenserhaltende Angst (z. B. an einer viel befahrenen Straße), aber es gibt auch Ängste, die einem das Leben unnötig schwer machen. Und Gott möchte, dass unser Leben gelingt, er will uns frei machen von ungesunden Beklemmungen und Hemmungen.

„Glaubt an mich!” sagt Jesus, doch das ist nicht immer so einfach. Vertrauen muss wachsen - und das geht langsam.
Jeder ist herausgefordert, Schritte ins Ungewisse zu gehen. Man weiß oft nicht, was hinter der nächsten Weggabelung kommt, wo man landen wird. Und doch macht es einen großen Unterschied, ob ich den Weg allein gehe oder jemand an meiner Seite habe, der den Weg kennt, der mich führt und leitet, mich trägt wo es nötig ist, und nicht zuletzt einfach für mich da ist.

Glauben ist immer das Wagnis, nicht sehen zu können, was kommt und doch darauf zu vertrauen, dass der lebendige Gott wirklich vertrauenswürdig ist, dass es stimmt, was er sagt. Aber manchmal zerreißt es uns fast innerlich, weil wir so gerne alles sicher und selbst im Griff haben wollen.
Bei Jesus sind wir gefordert, so manche Sicherheiten aufzugeben (oder zumindest zu hinterfragen) und statt dessen ganz auf ihn zu bauen - nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch!

Wer an seiner Hand etwas wagt (vorausgesetzt es ist im Sinne Gottes), der kann spüren, dass Gott den Weg mitgeht. Gott hat andere Möglichkeiten als wir, vom erweiterten Horizont und seinem wesentlich größeren Durchblick ganz zu schweigen. Das hat er z.B. daurch gezeigt, dass er Jesus vom Tod auferweckt hat. Wer hätte das gedacht - seine Jünger wohl nicht. Aber ihr erschütterter Glaube wird dadurch wieder fest. Der Tod ist besiegt - wenn das keine Perspektive ist! Und nicht nur irgendwann einmal merken wir was davon, dass es sich lohnt, auf Gott zu vertrauen. Schon hier und jetzt macht es den Unterschied, dass Gott lebendig ist.

Aber es stimmt schon: Das Leben ist im Grunde ein einziges Risiko und viele versuchen, sich nach allen Seiten abzusichern. Das merkt man auch an den vielen tausend Versicherungen, die man so abschließen kann. Die meisten braucht man einfach nicht.
Es ist schon eine große Herausforderung, auf Gott zu vertrauen, mutig an der Hand Gottes vorwärts zu gehen. Jesus Christus ist nicht nur unsere wahre Altersversorgung, sondern auch die einzige Lebensversicherung, die wir nicht selbst bezahlen müssen. Warum also nicht zugreifen und Schritte des Glaubens gehen?

Mit herzlichen Grüßen
Prediger Martin Strienz



Bild: www.medienREHvier.de